STADE, DEUTSCHLAND / EuroWire / – Bei einer Schießerei in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade, einer norddeutschen Stadt westlich von Hamburg, sind am Montag sechs Menschen getötet worden. Die Polizei gab bekannt, dass der Angriff in einem Mutter-Kind-Haus in der Dankersstraße stattfand. Fünf Opfer starben noch am Tatort, ein sechstes erlag später seinen Verletzungen nach der Einlieferung in ein Krankenhaus.

Laut Polizeiangaben handelte es sich bei den Toten um vier Frauen und zwei Männer. Alle waren erwachsen und als Mitarbeiter oder Dienstleister mit der Einrichtung verbunden. Unter den Toten befanden sich keine Kinder. Die Einrichtung bietet schwangeren Frauen, jungen Müttern und Kindern vorübergehende Unterstützung und Unterkunft.
Die Polizei nahm den mutmaßlichen Schützen fest, nachdem dieser mit einem Fahrzeug vom Tatort geflohen war. Beamte nahmen außerdem die Fahrerin des Wagens in Gewahrsam und nahmen eine weitere Person in polizeiliche Obhut, während die Ermittler eine mögliche Beteiligung prüften. Laut Polizei besteht nach den Festnahmen keine weitere Gefahr für die Öffentlichkeit.
Polizei sichert Gebiet nach tödlichem Angriff
Die Schießerei löste in Stade, einer Stadt mit rund 50.000 Einwohnern, einen Großeinsatz aus. Polizei, Rettungskräfte und Spurensicherung sperrten die Straßen in der Nähe des Gebäudes ab, während die Ermittler im und um das Gebäude arbeiteten. Anwohner wurden gebeten, das Gebiet während des Einsatzes zu meiden.
Die Behörden gaben bekannt, dass es sich bei dem mutmaßlichen Schützen um einen 45-jährigen Mann aus Hanover handelt. Die Polizei beschlagnahmte eine Schusswaffe und ermittelt weiterhin, wie er in deren Besitz gelangt war. Die kleine Tochter des Mannes und die Mutter des Kindes befanden sich laut offiziellen Angaben am Tatort und überlebten den Angriff.
Die Untersuchung konzentriert sich auf den Ablauf der Ereignisse
Die niedersächsische Polizei teilte mit, dass die Ermittler den genauen Tathergang rekonstruieren. Die Beamten prüften auch die Rolle der beiden anderen Festgenommenen. Niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens erklärte, die Behörden untersuchten den Fall eingehend und unterstützten die lokalen Einsatzkräfte.
Die Polizei gab die Namen der Opfer noch nicht bekannt, solange die Identifizierung und die Benachrichtigung der Angehörigen andauerten. Sie erklärte, die Ermittlungen liefen weiter und rief die Öffentlichkeit dazu auf, sich auf offizielle Mitteilungen zu verlassen. Der Anschlag im Stade erregte deutschlandweit Aufsehen, da er eine Einrichtung der Wohlfahrtspflege traf, die Müttern, Kindern und Mitarbeitern der Sozialdienste dient.
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